The Rolling Stones (c) FKP Scorpio

Der Charlie hielt es zusammen: The Rolling Stones in München

70.000 Menschen strömten ins Münchner Olympiastadion, um vielleicht zum letzten Mal die „größte Rockband aller Zeiten“ live zu erleben. Zunächst schien das Wetter mit dem typischen Münchner Schnürlregen zwar nicht mitspielen zu wollen, doch gegen Abend klarte der Himmel etwas auf und die Zuschauer in der Arena wurden nur leicht nass. Eröffnet wurde die Show von Kaleo, die jedoch mit ziemlich ruhigen Nummern recht verhalten begannen und erst gegen Ende des Sets aufdrehten. Etwas schwierig war für die Isländer sicherlich auch der Abstand zum Publikum, das vordere Drittel des Innenraums war für spezielle und hochpreisige VIP-Tickets reserviert, deren Käufer zum Großteil ihre Plätze noch nicht eingenommen hatten.

Das musikalische Herz der Rolling Stones

Doch als die Rolling Stones kurz vor halb neun die Bühne betraten, war das Stadion restlos gefühlt und der Einstieg mit „Sympathy For The Devil“ tat sein Übriges um die Stimmung anzuheizen. Mick Jagger und seine Mitstreiter gingen von Anfang an beherzt zur Sache und legten mit „It’s Only Rock’n’Roll“ gleich mal einen ihrer Smash-Hits nach. Nach und nach wurde dabei immer offensichtlicher, wer, obwohl mit 76 Jahren das älteste Bandmitglied, nach wie vor das musikalische Herz der Stones ist: Charlie Watts. Der hielt im Zusammenspiel mit Bassist Darryl Jones die Truppe zusammen, auch wenn Ronnie Wood und Keith Richards zum Teil mitunter doch auffällig an den Gitarren dem Rhythmus hinterherhinkten.

Der obligatorische Blues-Block

Relativ bald nach den ersten Songs folgte die inzwischen obligatorische Blues-Einlage der Briten, bei der sie Cover von Buddy Johnson und Jimmy Reed zum Besten gaben. Für die Stones selber inzwischen eine Selbstverständlichkeit, um ihren Wurzeln zu huldigen, auch wenn vermutlich so mancher im Publikum an dieser Stelle lieber zwei oder drei Klassiker gehört hätte. So einige davon kamen natürlich im Anschluss, darunter „Paint It Black“, „Brown Sugar“ und natürlich das unvermeidliche „Satisfaction“. Als Zugabe gab es schließlich noch eine großartige Version von „Gimme Shelter“ und „Jumpin‘ Jack Flash“, das in einer finalen Pyro-Show endete. Ob es jetzt das letzte Konzert der Legenden in München war, bleibt abzuwarten. Falls ja, wäre es ein würdiger Abschied gewesen.

Konzert am 12. September im Olympiastadion in München

 

Veranstalter: FKP Scorpio & DEAG