Kat Frankie (c) Sabrina Theissen

Kat Frankie im Interview: “Wir werden weinen, aber hoffentlich auch Spaß haben”

Im Februar erschien mit „Bad Behaviour“ nach längere Pause wieder ein neues Album von Kat Frankie, auf dem die Australierin mit Wohnsitz in Berlin einmal mehr ganz neue Wege beschreitet. Wir haben mit der sympathischen Musikerin über die neuen Songs und natürlich über ihre Tournee, die im März startet, gesprochen.

 
event.: Du wohnst ja schon seit 2004 in Berlin. Inwiefern nimmt die Stadt Einfluss auf deine Musik und wie sehr hat sie Dich inspiriert?

Kat Frankie: Ich würde sagen, dass es nicht die Stadt ist, sondern die Menschen bzw. Leute, die hier wohnen. Es gibt eine große Musikszene und die hat mich inspiriert. Es ist einfach ziemlich easy, hier Musik zu machen – überall gibt es wunderbare Musiker und das hat mir natürlich geholfen.

Glaubst Du, dass deine Musik etwas anders klingen würde, wenn Du noch in Australien leben und aufnehmen würdest?

Oh ja, absolut! Es ist dort vor allem nicht so einfach Aufnahmen zu machen, weil Studios viel Geld kosten und es lange dauern würde, bis das Album fertig ist. Aber es gibt auch dieses Zitat von Nick Cave, der sagte: „In Australia it`s a crime to be sad.“ Und irgendwie glaube ich das auch.

Du wehrst Dich ja gegen das Klischee der Songwriterin mit Gitarre. Was stört dich so daran?

Es ist vielmehr so, dass ich das jetzt schon gemacht habe und es für mich macht es keinen Sinn macht, noch mal ein akustisches Album zu veröffentlichen. Außerdem identifiziere ich mich mit dem Konzept nicht so sehr.

“Ich habe mehr riskiert”

Das hört man deinem neuen Album „Bad Behaviour“ an, das ein ziemlicher Kontrast zu dem Antifolk ist, dem Du ja früher zugeordnet wurdest.

Es ist nicht so, dass ich alles anders machen wollte, ich hab eher mehr riskiert. Als ich nach Berlin kam, hatte ich nur eine Gitarre im Gepäck und habe in Cafés oder in Kellern gespielt, aber man kann das nicht immer wieder wiederholen, ohne verrückt zu werden. Ich möchte mich entwickeln, will neue Dinge lernen. So wurde ich zur Produzentin meiner eigenen Musik und kann so all mein Wissen auch in meine Musik packen.

Deswegen ist das Album vielleicht auch so vielschichtig geraten, wobei Du trotzdem etwas sehr geschlossenes daraus gemacht hast. Wie würdest Du den Stil auf „Bad Behaviour“ beschreiben?

Das ist nicht so einfach. Nach einigen melancholischen Alben wollte ich ein diesmal mehr Spaß haben bei meinen Konzerten. Ich wollte mehr tanzen und ich dachte mir, wenn man bei seinen eigenen Konzerten tanzen will, muss man auch die Lieder dafür schreiben. Das Lied „Bad Behaviour“ trage ich bereits seit einigen Jahren mit mir herum, und ich wollte immer, dass es auf eine Platte kommt. Einige andere Songs sind sowohl traurig, als auch lustig. Zum Beispiel das inhaltlich sehr ernste „Headed For The Reaper“, bei dem der Trompeten-Part den Song aufheitert. Ich sehe es ist mehr als eine Grundhaltung, als eine Musikrichtung.

Kat Frankie und die emotionale Achterbahnfahrt

Und wer waren da die Vorbilder oder Einflüsse? Früher war es ja zum Beispiel Tom Waits, den man ja nun gar nicht mehr heraushört …

Ja, nicht so sehr. Bei dieser Platte habe ich eher Dirty Projectors und Solange, die kleine Schwester von Beyoncé, gehört. Bei Solange mochte ich die Produktion sehr. Und bei Dirty Projectors mag ich deren kompromisslose Individualität.

Und wie viel Band steckt in Deinem neuen Album?

Auf dem Album gibt es zwar ein paar Lieder mit einem echten Schlagzeug, aber 70 Prozent der Instrumente habe ich selber eingespielt und programmiert.

Wie wird das dann live aussehen, hast Du da eine Band dabei?

Natürlich, ja! Es werden richtig große Konzerte werden, wir werden zu fünft auf der Bühne stehen. Ich glaube, dass die Konzerte eine emotionelle Achterbahn werden, mit unterschiedlichen Liedern und Emotionen. Wir werden weinen, aber hoffentlich auch Spaß haben.

Was macht Dir mehr Spaß, die Songs live zu spielen oder im Studio zu sitzen und zu tüfteln?

Natürlich ist es sehr schön im Studio zu arbeiten, weil es die reine Kreativität fordert und ich liebe das Songwriting. Aber auch das Singen selber finde ich besonders schön. Eine natürliche, physische Tätigkeit, die sich einfach gut anfühlt. Und das natürlich mit dem ganzen Drumherum auf der Bühne und vor dem Publikum. Vielleicht klingt das jetzt zu einfach, aber ich sehe mich in erster Linie als Sängerin.

“Ich freue mich auf die Harmonien”

Und gibt es da etwas neben dem Singen, worauf Du Dich bei Deinen Konzerten am meisten freust?

Ich freue mich auch auf meine Band, ich hab nämlich zwei neue Bandmitglieder, eine Keyboarderin und einen Gitarristen und die beiden sind auch großartige Sänger. Deshalb freue ich mich auf die Harmonien, die wir gemeinsam singen werden. Und dass die Bühnen diesmal etwas größer sind, als beim letzten Mal. Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich eine richtig große Tour mit einer Band gemacht habe und mit anderen netten Leuten auf Tour zu gehen, ist ebenfalls wunderbar.

Deine ersten Konzerte sind ja bereits ausverkauft und manche mussten in größere Hallen verlegt werden. Und das bereits, bevor das neue Album erschienen ist. Hast Du damit gerechnet?

Nein, das ist echt krass, ich kann es auch kaum glauben. Das hatte ich überhaupt nicht erwartet.

Gibt es Städte oder Locations, auf die Du Dich bei Deiner Tour besonders freust?

Vor allem auf die Volksbühne in Berlin, dort spielen wir sogar zwei Mal. Aber auch auf die Kulturkirche in Köln und der Mojo Club in Hamburg sind schöne Locations, oder auch das UT Connewitz, dieses alte Kino in Leipzig. Und auch das Ampere in München ist sehr cool.

Gibt es eigentlich auch Pläne, dass Du mit Deiner neuen Platte auch in Australien auf Tour gehst?

Nein, es macht gar keinen Sinn. Das Land ist viel zu groß, man muss dort zu viel fliegen, um von einem Ort zu nächsten zu kommen. Außerdem möchte ich nicht arbeiten, wenn ich Australien besuche. Das habe ich früher gemacht, aber jetzt möchte ich, wenn ich da bin, die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden genießen und keine Konzerte geben.

Termine:
04.03. Dresden, Scheune
05.03. Frankfurt, Brotfabrik
06.03. Stuttgart, clubCANN
07.03. CH-Zürich, Eldorado
09.03. AT-Wien, Chelsea
11.03. München, Ampere
13.03. Würzburg, Café Cairo
14.03. Leipzig, UT Connewitz
15.03. Göttingen, musa
16.03. Erfurt, Franz Mehlhose
17.03. Münster, Gleis22
20.03. Köln, Kulturkirche
21.03. Hannover, Pavillon
22.03. Hamburg,Mojo Club
23.03. Bremen, Lagerhaus
24.03. Rostock, Helgas Stadtpalast
27.03. Berlin, Volksbühne
28.03. Berlin, Volksbühne
17.04. Erfurt, Halle 6
11.10. Köln, Gloria

Tickets

 

Die Tour wird präsentiert vom event.Magazin in Kooperation mit Gastspielreisen

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