DJ Bobo (c) Michael Diel

DJ Bobo im Interview über seine neue Show „KaleidoLuna“

Im Schnitt bringt René Peter Baumann alias DJ BoBo alle zwei Jahre eine neue Show an den Start. „KaleidoLuna“ heißt die kommende, die im Januar ihre inzwischen schon traditionelle Premiere in der Europa Park Arena in Rust feiert und dann ab April auf große Tour gehen wird. DJ-BoBo-Shows sind bekanntlich höchst opulente Spektakel auf die sich das Warten auch lohnt und natürlich hat der Meister so einiges über die Hintergründe und vor allem über die Arbeit daran zu erzählen …

event.: „KaleidoLuna“ ist der Titel Deines neuen Albums und natürlich der dazugehörigen Show. Klingt im ersten Moment ein wenig rätselhaft. Was dürfen wir uns darunter vorstellen?

DJ BoBo: „KaleidoLuna“ ist ein Fantasietitel und bedeutet jetzt eigentlich nichts Konkretes. Der Titel soll einfach etwas Fremdes und Fantastisches suggerieren. Wir haben lange überlegt, ob das nun eine fremde Welt oder ein Planet sein soll, aber eigentlich ist es keines davon. Im Zentrum des Bühnenbilds steht dieses Raumschiff, das bestimmt den Look und ist der Ausgangspunkt der Show.

Und diese Shows sind inzwischen gigantisch geworden. Kannst Du uns die Dimensionen eines solchen Projekts erklären?

Ja, das ist schon alles ziemlich groß geworden. Inzwischen sind mehr als 100 Leute in so eine Produktion involviert und der ganze Prozess dauert ungefähr eineinhalb Jahre – von der ersten Idee über die ersten Skizzen, das Konzept bis zu den Kostümen, der Bühnenkonstruktion, den Proben usw.

DJ Bobo – mehr als nur der Performer seiner Songs

Du bist ja der Chef der Produktion und der Mittelpunkt der Show. Aber wie würdest Du Dein Tätigkeitsfeld während der laufenden Arbeit beschreiben?

Sagen wir mal so, ich bin der Motor des Projekts. Aber ich versuche mich mit Leuten zu umgeben, die mich beflügeln können, die in ihren jeweiligen Segmenten einfach besser sind als ich. Das bezieht sich auf alle Departements, auf den Bühnenbau, die Kostüme, das Licht, die Videotechnik usw.. Das spornt dann wiederum mich an, weil ich mich selber mit jeder neuen Show auch neu erfinden darf und das empfinde ich als ein künstlerisches Geschenk, das ich immer wieder gerne annehme. Ich glaube auch, dass sich das Publikum immer wieder freut, dass wir diese Freiheit auch nutzen.

Wann und wie hat sich eigentlich diese Tür für Dich geöffnet, also der Übergang vom reinen Performer zum Show-Produzenten?

Das kam eigentlich ganz logisch, denn wir mussten einfach aus den Diskotheken raus. Das war der Schlüssel und wir wussten, wenn wir in die Hallen wollen, dann müssen wir eben etwas bieten, das über dieses Konzept „DJ BoBo performt seine Songs“ hinaus geht. Und so haben wir dann 1995/96 angefangen, die ersten größeren Bühnenbilder zu entwerfen und ich kam ja auch vom Breakdance und habe dann angefangen Tänzerinnen einzubinden und Choreographien zu gestalten. So um ’97 herum haben wir dann den endgültigen Schritt in die Hallen geschafft. Das war auch mit riesigen Diskussionen verbunden, die Veranstalter haben mich damals für verrückt gehalten, die meinten ein DJ gehört in die Diskos (lacht). Und da mussten wir uns dann eigentlich auch quasi selbständig machen, weil wir keinen Veranstalter mehr gefunden haben, der bei unserem Konzept mitmachen wollte. Die hielten uns für komplett übergeschnappt!

Mehr Cirque du Soleil als DJ

Wie würdest Du dieses Konzept heute selbst beschreiben?

Sagen wir mal so, es hat inzwischen wahrscheinlich mehr mit dem Cirque du Soleil als mit dem DJ zu tun (lacht). Das sind eben inzwischen richtige Arena-Produktionen und so werden sie auch konzipiert. Wir suchen uns zuerst ein Thema und dann schreiben wir die Musik dazu. Wir schreiben einen Opener, wir schreiben einen Song, der Teil A nach Teil B überführt – und das ist eine ganz andere Aufgabe, als Songs für ein Album zu schreiben, das ist mehr wie die Arbeit an einer Filmmusik. Und das finde ich viel spannender. Bei einem normalen Pop-Konzert wird die Produktion um die Songs gebaut aber wir drehen das einfach um. Wir gehen immer von der Produktion aus und schreiben dann die Musik dazu und das machen wir jetzt schon seit 15 Jahren so. Ich glaube, in den kommenden Jahren werden auch viele andere Kollegen so an die Sache rangehen wie wir, also dass sie versuchen werden die Präsentation interessant zu machen. Wenn ein Album in den Charts floppt, dann hat man keinen Hebel mehr, aber wenn das Publikum weiß, dass Du eine großartige Show anbietest, dann bist Du nicht so abhängig von den Charts. Für uns war das alles eine ganz natürliche Entwicklung und es hat funktioniert – wir waren vielleicht ein bisschen zu früh dran (lacht).

Der Druck wird verteilt

Hat diese Entwicklung dich auch als Künstler und Performer verändert?

Das hat sich total verändert. Früher lag der ganze Druck auf mir und ich war immer ungeheuer nervös und aufgeregt und ich bin ja auch selbst mein härtester Kritiker. Aber mit diesem Showkonzept konnte ich den Druck verteilen. Ich gehe heute mit viel mehr Selbstbewusstsein auf die Bühne, weil ich weiß, dass es nicht nur um mich geht. Das ist extrem befreiend. Und ich weiß, dass das, was ich dem Publikum anbiete auch gut ist, weil ich nicht alle Entscheidungen alleine getroffen habe und ich auf die Kompetenz meines Teams vertrauen kann. Wenn ich auf die Bühne gehe, dann weiß ich, dass alles stimmt.

Kommen wir noch mal auf „KaleidoLuna“ zurück. Was macht aus Deiner Sicht „KaleidoLuna“ im Vergleich mit früheren Shows zu etwas Besonderem?

Ganz ehrlich, das kann ich Dir noch gar nicht sagen (lacht). Das kann ich erst nach den Premiere-Shows in Rust sagen. Was die wenigsten Leute wissen, ist, dass die Rust-Shows im Schnitt gut 30 Minuten länger dauern als die Shows auf der Tour, wir probieren da immer noch Dinge aus, die es dann oft nicht in die Tour-Fassung schaffen. Das bezieht sich vor allem auf technische Elemente, neue Technologien beim Licht oder visuelle Effekte, die wir dann doch wieder liegen lassen, weil sie noch nicht hundertprozentig ausgereift sind. Wir sind da sehr hart und die drei Monate zwischen den Rust-Shows und der Tour sind extrem wichtig. Aber man darf gespannt sein … wir sind es auch (lacht).

Termine:
11.-13.01. Rust, Europapark
30.04. Erfurt, Messehalle
01.05. Dresden, EnergieVerbund-Arena
04.05. Berlin, Mercedes-Benz-Arena
05.05. Nürnberg, Arena Nürnberger Versicherung
08.05. Magdeburg, Getec Arena
09.05. Braunschweig, Volkswagen Halle
10.05. Hannover, TUI-Arena
11.05. Schwerin, Sport- und Kongresshalle
12.05. Leipzig, Arena Leipzig
17.05. Hamburg, Barclaycard Arena
18.05. Bremen, ÖVB-Arena
19.05. Kiel, Sparkassen Arena
23.05. Trier, Arena
24.05. Mannheim, SAP Arena
25.05. Frankfurt, Festhalle
26.05. Oberhausen, König-Pilsener-ARENA
31.05. München, Olympiahalle
01.06. Stuttgart, Porsche-Arena
07.06. Dortmund, Westfallenhalle
08.06. Köln, LANXESS arena

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Veranstalter: Yes Music

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