Mando Diao (c) Roland Aust

Mando Diao im Interview: „Kurz, schmutzig und frech“

„Bang“ – das zweite Mando-Diao-Album nach dem Weggang von Gustav Norén ist da. Und es ist ganz klar eine Rückkehr zu den ganz frühen Wurzeln, kurz, laut und knallig. Wir haben mit Björn Dixgård und Carl-Johan Fogelklou über das neue Album, die Entwicklung der Band und die Tour gesprochen.

event.: Björn, du hast gesagt „Bang“ ist das schmutzigste Album seit Eurem Debüt. Nun seid Ihr ja auch nach dem „Ælita“-Album, das die Fans ja eher verwirrt hat, bereits mit „Good Times“ vor zwei Jahren wieder beim Rock’n’Roll angekommen. Seid ihr mit „Bang“ nun endgültig wieder da, wo Ihr hinwolltet?

Björn: Die Rockmusik, die Gitarren und der Rock’n’Roll lagen für uns immer direkt um die Ecke. Da waren wir also nie wirklich von weg. Bei „Bang2 wollten wir vor allem so viele Gitarrenriffs wie möglich unterbringen, mit einem straighten, durchgängigen Schlagzeug. Es sollte ein kurzes Album werden, deshalb auch der Titel „Bang“. Kurz, schmutzig und frech.

Aber da steckt auch einiges an Blues in dem Album …

Björn: Ja, genau! Da liegt an den Riffs und auch an meiner Art zu singen. Als ich als Kind anfing zu singen waren meine Vorbilder Janis Joplin, die ganzen Soulsänger wie die Four Tops, James Brown oder Steve Marriott von den Small Faces. Von denen habe ich das Gefühl zu singen übernommen, und da steckt auch der Blues drin.

Und dann gibt es fröhliche Folkpop-Nummern wie „Long Long Way“ …

Björn: Wir nennen ihn den „Walking Song“, weil er gut beim Gehen oder Wandern funktioniert. Man geht dann wie Frodo in „Herr der Ringe2 durch den Wald. (lacht)

Keine langsamen Stücke

Du hast vorhin von den Riffs gesprochen: Da sind wirklich Unmengen auf dem Album, wo kommen die bitte alle her?

Björn: Tatsächlich war unser Gitarrist Jens derjenige, der die meisten davon angebracht hat. Er hat mir einfach vier oder fünf Riffs geschickt, aus denen wir dann einen Song gebaut haben und dann ging das so weiter. Entsprechend sind alle Songs diesmal auf Riffs aufgebaut.

Carl-Johan: Es ist unser erstes Album, das auf Riffs basiert.

Aber Songs wie „Down In The Past“ oder „Amsterdam“ sind doch auch eindeutig Riff-Stücke?

Björn: Die waren eher Song-basiert und auf den Alben dazu gab zum Beispiel auch Balladen. Diesmal sind wir durchgehend schnell geblieben, es gibt es keine langsamen Stücke.

Ihr hattet im Vorfeld gesagt, Ihr wolltet ein Album machen, das wie klingt, als würdet Ihr es live spielen. Habt ihr die Sachen dann auch anders eingespielt als sonst?

Carl-Johan: Wir haben tatsächlich ein Studio gefunden, in dem man alles live als Band einspielen konnte. Man kann live ganz anders zusammenspielen, und bekommt ein ganz anderes Gefühl für die Songs.

Björn: Dadurch haben diesmal auch alle mehr an den Songs mitgearbeitet.

Mando Diao: „Wir sind jetzt ein Team“

Björn, Du hast ja auch gesagt, dass jetzt in der Band auch mehr Demokratie herrscht ..

Björn: Bei Mando Diao haben wir früher irgendwann sehr separiert voneinander gearbeitet. Jetzt sind wir wieder eine starke Einheit, haben auch mehr Spaß an den Konzerten. Vielleicht hat es auch etwas mit dem Alter zu tun, dass ich jetzt manche Dinge mehr zu schätzen weiß, als früher.

So ein bisschen sind Mando Diao nun seit dem Weggang von Gustav auch frisch aufgestellt. Bis auf Euch beide sind ja alle in der Band mehr oder weniger neu.

Carl-Johan: Wir sind vor allem jetzt ein Team. Aber Patrik (Anm. d. Red.: Patrik Heikinpieti, Schlagzeuger) ist ja auch schon seit fast zehn Jahren in der Band …

Björn: … und Daniel (Anm. d. Red.: Daniel Haglund, Keyboarder) war beim ersten Album schon dabei und kam dann zurück. Es gab schon einige Umbesetzungen, aber die gibt es ja bei fast allen Bands. Ich hab mal AC/DC gegoogelt, die hatten ja Unmengen an Bandmitgliedern, genauso wie Primal Scream.

Ich habe mir Euren Tourplan angesehen. Ihr spielt ja mehr Konzerte in Deutschland als in Schweden

Carl-Johan: Das ist schon seit mehr als zehn Jahren so, vor allem seit „Give Me Fire!“. Ich denke die meisten unserer Fans haben wir schon seit 2004 sind Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Björn: Dafür sind wir auch wirklich dankbar. Deutschland ist ein großartiges Land für Musiker. Tolle Venues und Clubs und auch die Organisation durch die Veranstalter ist hervorragend.

Termine:
22.11.2019 Hamburg, Sporthalle
23.11.2019 Wiesbaden, Schlachthof
28.11.2019 Dresden, Alter Schlachthof
29.11.2019 München, Tonhalle
30.11.2019 Köln, Palladium
01.12.2019 Berlin, Columbiahalle

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Die Tournee wird präsentiert vom event.Magazin in Kooperation mit FKP Scorpio

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