Iggy Pop - Post Pop Depression

Iggy Pop – „Post Pop Depression“

Ein gemeinsames Album von Iggy Pop zusammen mit Josh Homme (plus Alles-Spieler Dean Fertita und Arctic Monkeys-Drummer Matt Helders) – wenn das mal keine gute Nachricht ist! Eine schlechte gibt es allerdings auch, „I feel like I’m closing up after this“ verlautbarte der Godfather Of Punk während eines Radio-Interviews im Januar, „Post Pop Depression“ ist also wahrscheinlich sein Schwanengesang.

Iggy Pop meets QOSTA

Der Album-Titel stammt übrigens von Homme/Fertita/Helders und beschreibt ihr Gefühl nachdem Pop nach den Aufnahmen abgereist war – bald werden wir uns also alle so fühlen. Aber wie klingt es nun, das vermeintliche Schlusskapitel? Nicht wirklich so wie erwartet! Pop und Homme gingen das Projekt mit dem erklärten Willen an, sich gegenseitig zu fordern und ihre Komfortzonen zu verlassen. Bleischwerer Stoner-Rock (Homme) oder Protopunk (Pop) stehen also kaum auf der Agenda, der roheste Brocken heißt hier „Vulture“ und ist eine Akustik-Nummer. Das Ganze hat tatsächlich etwas von der Pop-Bowie-Berlin-Phase, allerdings weniger soundmäßig sondern eher konzeptuell. Hier kriegt jeder Song sein maßgeschneidertes Arrangement und da ist so einiges möglich.

Iggys Träume

„Chocolate Drops“ klingt fast nach Outkast, im epischen „Sunday“ gibt’s Tribal-Drumming eine funky Bassline, vertrackte Gitarrenschichtungen, verschachtelte Chöre und ein Orchester-Outro! „German Days“ feiert die Berlin-Tage und klingt dann doch am ehesten nach Kyuss, das Finale von „In The Lobby“ klingt wie die Strokes auf Sedativa. An Abwechslung herrscht wahrlich kein Mangel und es wirkt trotzdem nichts gewollt oder konstruiert und die diversen Stil-Pirouetten werden alle von Iggy’s souveränem Crooning abgefedert. Der Rausschmeißer heißt dann „Paraguay“, in dem sich Iggy in besagtes Land absetzt: „There’s nothing new / Just a bunch of people scared / Everybody’s fucking scared / Fear eats all the souls at once / I’m tired of it / And I dream about getting away / To a new life …“ – na denn, mach’s gut, alte Schildkröte!

>Veröffentlichung: am 18.3. bei Universal Music

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