Red Hot Chili Peppers - The Getaway

Red Hot Chili Peppers – „The Getaway“

Die Biographie der der kalifornischen Crossover-Legenden The Red Hot Chili Peppers lässt sich in ein paar klar abgegrenzte Phasen unterteilen. Da wären die Anfangsjahre mit Hillel Slovak an der Gitarre. Nach dessen Ableben beginnt die Frusciante-Ära plus Chad Smith an den Drums und parallel dazu bekommen sie von da an ihren Sound von Rick Rubin maßgeschneidert.

Große Überraschungen bleiben aus

Seit 2009 ist Frusciante (wieder) draußen und dessen Kumpel und Kollege Josh Klinghoffer bedient seitdem die Stromgitarren. Und mit „The Getaway“ ist nun auch Rubin nicht mehr dabei, stattdessen hat Hipster-Produzent Danger Mouse (mit Unterstützung von Radiohead-Produzent Nigel Godrich) zur Phase IV (das Dave-Navarro-Intermezzo lassen wir jetzt mal außen vor) hinter dem Mischpult Platz genommen. Größere Überraschungen bleiben aber überraschenderweise aus, die Peppers klingen wie die Peppers, das war wohl schon immer eher so ein Kollektivding und ist weniger von den individuellen Beiträgen abhängig.

Sensibel verletzlich

Das Stimmungsbarometer steht diesmal bei den Red Hot Chili Peppers am ehesten auf sensibel verletzlich, der dreckige Trademark-Funk bricht eigentlich nur in „Dark Necessities“ durch. Dafür gibt’s dann aber Industrial-Anklänge in „We Turn Red“, einen Wall-Of-Sound-Tsunami in „The Longest Wave“ und eine Prise zornige Resignation in „Sick Love“. Schwer zu sagen, ob es so ist, aber „The Getaway“ könnte fast als das persönlichste Peppers-Album ever durchgehen und die vielen kleinen Produktionsdetails unterstützen immer die Stimmung und sind nie Selbstzweck. Außer vielleicht beim Rausschmeißer „The Hunter“, der sich knietief durch klebrigen Kitsch schleppt, den man aber wohl höchstwahrscheinlich und gottseidank nie live zu hören bekommen wird.

„The Getaway“ ist insgesamt keinen Deut schlechter als sein Vorgänger „I’m With You“ und Pluspunkte gibt’s schon allein für die Tatsache, dass diese Band immer noch neugierig zu sein scheint und immer noch nach neuen Herausforderungen sucht. Echte Überzeugungstäter und das hört man auch dieser (guten) Platte wieder an.

>Veröffentlichung: am 16.06. bei Warner Music

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