THE FLAMING LIPS - OCZY MLODY

The Flaming Lips – „Oczy Mlody“

Ganz schön sphärisch, der Einstieg in das neue Werk der Flaming Lips. Von Beginn an fühlt man sich bei „Oczy Mlody“ an frühe Pink-Floyd-Alben erinnert, ja es fehlt eigentlich nur noch die Gitarre von David Gilmour.

Was insofern ja fast schon als kleiner Joke seitens Wayne Coyne und seinen Mannen zu verstehen sein könnte, die ja 2009 „The Dark Side Of The Moon“ komplett neu eingespielt und interpretiert haben, dabei aber eben ganz anders als Pink Floyd klangen. Wobei Coyne selber als Referenz dann wiederum Syd Barrett, die tragische Figur aus den Floyd-Anfangstagen, nennt, was dann eher verwirrt als aufklärt, aber das ist ja auch so ein bisschen die Masche.

Die Kunst in der Kunst

Und natürlich klingen die Lips im Anschluss in erster Linie nach sich selbst und gleichzeitig wieder neu. Der Grundtenor ist in diesem Falle ein Elektronik-lastiger Ambient-Sound, gehalten in melancholischem Moll. So richtige Songstrukturen gibt auch diesmal nicht, die gibt es seit 2008 eigentlich nur wenn sie oben genannte Pink Floyd oder wie zuletzt die Beatles covern. Erst ab Track Vier, „Sunrise (Eyes Of The Young)“, beginnt Coyne dann auch mal richtig zu singen und trotzdem ist „Oczy Mlody“ zu keiner Zeit wirklich anstrengend, darin besteht schließlich die Kunst in der Kunst – neue Wege zu beschreiten, zu experimentieren und trotzdem auf eine gewisse Art und Weise dann doch noch zu unterhalten.

The Flaming Lips und die Charts

Und dann ist da noch die Single-Auskopplung „The Castle“, das Stück, dass man noch am ehesten als klassischen Song bezeichnen könnte, natürlich nicht nach Maßstäben, die für gängige Chart-Hits gelten. Aber dahin wollten die Flaming Lips ja eh nie, die wollen vor allem auf die Bühne, um selbige wahlweise mit Konfetti, leicht bekleideten Tänzerinnen oder Tieren zu bevölkern oder am Ende gleich abzufackeln. Womit sich die Frage stellt, wie die Band dieses ebenso mächtige wie zerbrechliche Werk live (bislang ist nur ein Deutschlandkonzerte im Januar in Berlin geplant) aufführen wollen, aber da lassen wir uns mal überraschen uns hören solange noch ein paar Mal „Oczy Mlody“ an.

>Veröffentlichung: am 13.01. bei Play It Again Sam

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