The Rolling Stones


Anfang 1965 äußerte sich Mick Jagger in einem Interview ehrlich überrascht darüber, dass die Rolling Stones überhaupt noch erfolgreich zusammen spielen würden und gab der Band noch zwei bis drei Jahre. So kann man sich irren, denn "The Greatest Rock'n'Roll Band In The World“ existiert bekanntlich nach gut 55 Jahren bis heute und hat gerade im Rahmen ihrer "No Filter“-Europa-Tour auch wieder drei Deutschland-Gigs bestätigt. Die unglaubliche Bandgeschichte darf im Groben als bekannt vorausgesetzt werden – trotzdem hier die wichtigsten Höhe- und Tiefpunkte im Telegramm-Stil:

Ende 1961: Mick Jagger und Keith Richards (die beiden kennen sich seit Kindertagen, hatten sich aber aus den Augen verloren) treffen sich zufällig auf dem Bahnsteig in Dartford. Jagger hat Schallplatten von Chuck Berry und Muddy Waters bei sich und die beiden kommen über ihre gemeinsame Liebe zum Blues ins Gespräch ... Am 7. April besuchen sie einen Jazzclub in Ealing, wo sie den Gitarristen Brian Jones kennenlernen. Sie gründen eine Band ... Im Dezember 1962 steigt Bassist Bill Wyman ein, im Januar 1963 Drummer Charlie Watts. Seit Mai 1962 ist Keyboarder Ian Stewart mit dabei, der bis zu seinem Tod 1985 der inoffizielle "sechste Stone“ bleiben wird … Am 7. Juni 1963 erscheint mit "Come On“ (ein Chuck Berry-Song) die erste Rolling-Stones-Single ... Am 16. April 1964 erscheint das Debütalbum "The Rolling Stones“ ... Im Juli 1964 erreicht die Single "It's All Over Now“ Platz eins der britischen Singlecharts ... Im Frühjahr 1965 toppt "The Last Time“ die Charts – als ihr erster Song aus eigener Feder ... Im Sommer 1965 erscheint "(I Can't Get No) Satisfaction“ - jener Hit, der sie neben den Beatles zur größten Band der Welt macht … Bei einer Razzia am 12. Februar 1967 in Richards' Landhaus in Sussex werden Drogen gefunden. Jagger und Richards müssen mit hohen Haftstrafen rechnen, was das sichere Aus für die Stones bedeutet hätte – es werden schließlich Geldstrafen verhängt ... Am 8. Dezember 1968 erscheint "Beggars Banquet“ - ihr erstes unbestrittenes Meisterwerk ... Am 3. Juli 1969 wird Brian Jones tot in seinem Swimming Pool gefunden. Zwei Tage später spielen die Stones ihr legendäres Free Concert im Londoner Hyde Park, wo Jones' Nachfolger Mick Taylor vorgestellt wird ... Im November 1969 erscheint "Let It Bleed“ ... Am 6. Dezember 1969 spielen sie auf dem katastrophalem Altamont Festival in Kalifornien. Während ihres Auftritts wird der 18-jährige Meredith Hunter vor der Bühne erstochen ...

Im April 1971 erscheint "Sticky Fingers“ auf ihrem eigenen Label Rolling Stones Records ... Am 12. Mai 1972 erscheint "Exile On Main St.“ - für viele Kritiker ihr bestes Album ... 1973 und 1974 folgen "Goats Head Soup“ und "It's Only Rock 'n'Roll“, die als künstlerische und kommerzielle Rückschritte gewertet werden ... Im Dezember 1974 verlässt Mick Taylor die Band. Sein Nachfolger wird Ron Wood ... Das rohe "Some Girls“-Album rehabilitiert die Stones 1978 wieder künstlerisch und kommerziell ... 1981 absolvieren sie ihre erste Stadion-Tour – die bis dato kommerziell erfolgreichste aller Zeiten ... Zwischen 1983 und 1988 kriselt es heftig zwischen Jagger und Richards. 1986 kommt es während der Produktion von "Dirty Work“ fast zur Trennung. Jagger und Richards veröffentlichen Solo-Alben. Erst 1989 werden die Differenzen ausgeräumt ... Im Januar 1993 steigt Bill Wyman aus. Sein Nachfolger (allerdings nicht als offizielles Bandmitglied) wird Darryl Jones … 1994/95 bricht die "Voodoo Lounge“-Tour alle kommerziellen Rekorde ... Am 6. September 2005 erscheint mit "A Bigger Bang“ das bislang letzte Album mit Eigenkompositionen ... Am 18. Februar 2006 spielen sie vor 1,2 Millionen Fans in Rio de Janeiro – der größte Stones-Gig ever ... Anlässlich des 50-jährigen Bandjubiläums kündigen die Stones 2012 fünf Konzerte in Großbritannien und den USA an, zu denen auch Mick Taylor und Bill Wyman auf die Bühne geladen werden. Taylor nimmt an, Wyman lehnt ab ... Am 25. März 2016 spielen sie als erste (britische) Rockband im Sportpark Ciudad Deportivo in Havanna ... Am 2. Dezember 2016 erscheint das "Blue & Lonesome“-Album, das ausschließlich Blues-Coverversionen enthält. Der Kreis schließt sich.

Soweit die trockenen Fakten, denen man auch noch mehr als 200 Millionen verkaufte Tonträger hinzufügen könnte – damit liegen sie dann tatsächlich nur im Mittelfeld der kommerziell erfolgreichsten Musiker aller Zeiten. Ihre eigentliche Bedeutung ist aber natürlich eine ungleich größere. Die Stones waren die ersten Bad Boys des Rock'n'Roll und der eigentlich Motor der musikalischen und gesellschaftlichen Umbrüche der 60er-Jahre. Zudem waren sie eine echte Bedrohung des Establishments, sie lebten als erste den Lebensstil des Sex & Drugs & Rock'n'Roll vor und das so offen und so kontrovers wie damals möglich. Die Band stand für Befreiung, Umsturz und Revolte und stieß die Türen für alle nachfolgenden Rock-Revolutionen auf. Dass die angestrebte Revolution dann doch nicht wirklich in aller Konsequenz stattgefunden hat, war garantiert nicht ihr Versagen, dass sie den Rock wieder im ursprünglichen Blues verwurzelten und damit klar vom (damaligen) Pop separierten war dafür umso mehr ihr Verdienst. Ihre Songs und ihr Sound werden immer universell und vor allem absolut unverwechselbar bleiben, auch wenn ihre Relevanz als Wegbereiter und Taktgeber des Rock'n'Roll seit den 80er-Jahren stetig abgenommen hat – abnehmen musste. Dafür haben sie es mit als erste verstanden die Gesetze des Musikbusiness für sich zu nutzen, um kompromisslos genau das tun zu können, was sie wirklich woll(t)en. Davon profitieren die Fans – und davon gibt es inzwischen drei bis vier Generationen – bis heute. Eine Stones-Show ist immer noch und immer wieder ein Erlebnis, die bestmögliche Fusion aus unsterblicher Musik, immer noch (oder wieder) unbändiger Spielfreude und perfekter Produktion – schale Kompromisse gibt’s woanders. Und wahrscheinlich behält Mick Jagger mit folgendem Zitat dann endlich mal recht: "A good thing never ends ...“'Anfang 1965 äußerte sich Mick Jagger in einem Interview ehrlich überrascht darüber, dass die Rolling Stones überhaupt noch erfolgreich zusammen spielen würden und gab der Band noch zwei bis drei Jahre. So kann man sich irren, denn "The Greatest Rock'n'Roll Band In The World" existiert bekanntlich nach gut 55 Jahren bis heute und hat gerade im Rahmen ihrer "No Filter"-Europa-Tour auch wieder drei Deutschland-Gigs bestätigt. Die unglaubliche Bandgeschichte darf im Groben als bekannt vorausgesetzt werden – trotzdem hier die wichtigsten Höhe- und Tiefpunkte im Telegramm-Stil:

Ende 1961: Mick Jagger und Keith Richards (die beiden kennen sich seit Kindertagen, hatten sich aber aus den Augen verloren) treffen sich zufällig auf dem Bahnsteig in Dartford. Jagger hat Schallplatten von Chuck Berry und Muddy Waters bei sich und die beiden kommen über ihre gemeinsame Liebe zum Blues ins Gespräch ... Am 7. April besuchen sie einen Jazzclub in Ealing, wo sie den Gitarristen Brian Jones kennenlernen. Sie gründen eine Band ... Im Dezember 1962 steigt Bassist Bill Wyman ein, im Januar 1963 Drummer Charlie Watts. Seit Mai 1962 ist Keyboarder Ian Stewart mit dabei, der bis zu seinem Tod 1985 der inoffizielle "sechste Stone" bleiben wird … Am 7. Juni 1963 erscheint mit "Come On" (ein Chuck Berry-Song) die erste Rolling-Stones-Single ... Am 16. April 1964 erscheint das Debütalbum "The Rolling Stones" ... Im Juli 1964 erreicht die Single "It's All Over Now" Platz eins der britischen Singlecharts ... Im Frühjahr 1965 toppt "The Last Time" die Charts – als ihr erster Song aus eigener Feder ... Im Sommer 1965 erscheint "(I Can't Get No) Satisfaction" - jener Hit, der sie neben den Beatles zur größten Band der Welt macht … Bei einer Razzia am 12. Februar 1967 in Richards' Landhaus in Sussex werden Drogen gefunden. Jagger und Richards müssen mit hohen Haftstrafen rechnen, was das sichere Aus für die Stones bedeutet hätte – es werden schließlich Geldstrafen verhängt ... Am 8. Dezember 1968 erscheint "Beggars Banquet" - ihr erstes unbestrittenes Meisterwerk ... Am 3. Juli 1969 wird Brian Jones tot in seinem Swimming Pool gefunden. Zwei Tage später spielen die Stones ihr legendäres Free Concert im Londoner Hyde Park, wo Jones' Nachfolger Mick Taylor vorgestellt wird ... Im November 1969 erscheint "Let It Bleed" ... Am 6. Dezember 1969 spielen sie auf dem katastrophalem Altamont Festival in Kalifornien. Während ihres Auftritts wird der 18-jährige Meredith Hunter vor der Bühne erstochen ...

Im April 1971 erscheint "Sticky Fingers" auf ihrem eigenen Label Rolling Stones Records ... Am 12. Mai 1972 erscheint "Exile On Main St." - für viele Kritiker ihr bestes Album ... 1973 und 1974 folgen "Goats Head Soup" und "It's Only Rock 'n'Roll", die als künstlerische und kommerzielle Rückschritte gewertet werden ... Im Dezember 1974 verlässt Mick Taylor die Band. Sein Nachfolger wird Ron Wood ... Das rohe "Some Girls"-Album rehabilitiert die Stones 1978 wieder künstlerisch und kommerziell ... 1981 absolvieren sie ihre erste Stadion-Tour – die bis dato kommerziell erfolgreichste aller Zeiten ... Zwischen 1983 und 1988 kriselt es heftig zwischen Jagger und Richards. 1986 kommt es während der Produktion von "Dirty Work" fast zur Trennung. Jagger und Richards veröffentlichen Solo-Alben. Erst 1989 werden die Differenzen ausgeräumt ... Im Januar 1993 steigt Bill Wyman aus. Sein Nachfolger (allerdings nicht als offizielles Bandmitglied) wird Darryl Jones … 1994/95 bricht die "Voodoo Lounge"-Tour alle kommerziellen Rekorde ... Am 6. September 2005 erscheint mit "A Bigger Bang" das bislang letzte Album mit Eigenkompositionen ... Am 18. Februar 2006 spielen sie vor 1,2 Millionen Fans in Rio de Janeiro – der größte Stones-Gig ever ... Anlässlich des 50-jährigen Bandjubiläums kündigen die Stones 2012 fünf Konzerte in Großbritannien und den USA an, zu denen auch Mick Taylor und Bill Wyman auf die Bühne geladen werden. Taylor nimmt an, Wyman lehnt ab ... Am 25. März 2016 spielen sie als erste (britische) Rockband im Sportpark Ciudad Deportivo in Havanna ... Am 2. Dezember 2016 erscheint das "Blue & Lonesome"-Album, das ausschließlich Blues-Coverversionen enthält. Der Kreis schließt sich.

Soweit die trockenen Fakten, denen man auch noch mehr als 200 Millionen verkaufte Tonträger hinzufügen könnte – damit liegen sie dann tatsächlich nur im Mittelfeld der kommerziell erfolgreichsten Musiker aller Zeiten. Ihre eigentliche Bedeutung ist aber natürlich eine ungleich größere. Die Stones waren die ersten Bad Boys des Rock'n'Roll und der eigentlich Motor der musikalischen und gesellschaftlichen Umbrüche der 60er-Jahre. Zudem waren sie eine echte Bedrohung des Establishments, sie lebten als erste den Lebensstil des Sex & Drugs & Rock'n'Roll vor und das so offen und so kontrovers wie damals möglich. Die Band stand für Befreiung, Umsturz und Revolte und stieß die Türen für alle nachfolgenden Rock-Revolutionen auf. Dass die angestrebte Revolution dann doch nicht wirklich in aller Konsequenz stattgefunden hat, war garantiert nicht ihr Versagen, dass sie den Rock wieder im ursprünglichen Blues verwurzelten und damit klar vom (damaligen) Pop separierten war dafür umso mehr ihr Verdienst. Ihre Songs und ihr Sound werden immer universell und vor allem absolut unverwechselbar bleiben, auch wenn ihre Relevanz als Wegbereiter und Taktgeber des Rock'n'Roll seit den 80er-Jahren stetig abgenommen hat – abnehmen musste. Dafür haben sie es mit als erste verstanden die Gesetze des Musikbusiness für sich zu nutzen, um kompromisslos genau das tun zu können, was sie wirklich woll(t)en. Davon profitieren die Fans – und davon gibt es inzwischen drei bis vier Generationen – bis heute. Eine Stones-Show ist immer noch und immer wieder ein Erlebnis, die bestmögliche Fusion aus unsterblicher Musik, immer noch (oder wieder) unbändiger Spielfreude und perfekter Produktion – schale Kompromisse gibt’s woanders. Und wahrscheinlich behält Mick Jagger mit folgendem Zitat dann endlich mal recht: "A good thing never ends ..."


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