A Summer's Tale / (c) Roland Aust

A Summer’s Tale in den Lüneburger Heide

Offensichtlich hatten beim A Summer’s Tale einige das Bedürfnis, sich für das Wetter zu entschuldigen, allen voran die Musiker: Noel Gallaghers erster Satz an das triefnasse Publikum lautete „Sorry about the rain“, der Brite Billy Bragg stellte zusätzlich einen Zusammenhang zwischen dem Brexit und dem „englischen“ Wetter her und auch Amy McDonald fühlte sich für den Schauer bei ihrem Gig auf dem Summer’s Tale verantwortlich.

Regen, Rockstars, Reggaehasen

In der Tat waren die Temperaturen zum Teil sibirisch und Regen an der Tagesordnung. Doch weder der guten und friedlichen Stimmung bei den Besuchern noch dem (stets supersauberen) Gelände konnte das beständige Tiefdruckgebiet etwas anhaben, die wenigen Flächen, an denen doch etwas Matsch entstand, wurden umgehend mit Holzschnipseln abgedeckt.  Überhaupt bildet das Festival in der Lüneburger Heide vor den Toren Hamburgs einen krassen Gegensatz zu anderen Festivals wie Wacken oder Hurricane: Zielgruppe sind hier Familien und die Generation 30-plus, mehrere hundert Kinder sprangen über das Gelände, ließen sich im Grusel-Gewusel-Zelt erschrecken oder erlebten gemeinsam mit dem Reggaehasen Boooo Abenteuer im Reggaewald – und das ist nur ein kleiner Teil des großzügigen Angebotes für Kinder.

A Summer’s Tale – eine Märchen vor allem für die Kleinen

Sogar die (immer sehr entspannt wirkenden) Ordner verhielten sich im höchsten Maße (kinder-)freundlich, selbst bei Superstars wie Noel Gallagher oder Garbage wurden sie über die Absperrung gehoben und dürften im Graben direkt vor der Bühne die Konzerte verfolgen.  Auch wenn diese für so manchen Besucher neben Cakepop-Workshop, Heidewanderung oder Lach-Yoga fast zur Nebensache wurden, gab es auf den Bühnen ein ganz hervorragendes Musikprogramm zu sehen: Hier setzte man neben großen internationalen Namen wie Sigur Rós, Heather Nova, Garbage oder Adam Green (der als Aladin verkleidet den Tanzbären gab) auch auf regionale bzw. nationale Acts (Olli Schulz, Thees Uhlmann, Funny van Dannen) und ein buntes Konglomerat aus erlesenen Musikern abseits des Mainstreams wie Ben Caplan And The Casual Smokers oder die Electro-Charleston-Truppe Caravan Palace.

Wer sich am Ende über mehr als über das widrige Wetter und die Musikbeschallung aus dem Festival-Atelier bis 4 Uhr morgens (was vor allem für Eltern mit Kindern schwierig ist) beschwerte, war beim A Summer’s Tale

schlicht auf dem falschen Festival.

>Festival vom 10.-13.8. in Luhmühlen