Mando Diao beim A Summer's Tale (c) Roland Aust

A Summer’s Tale 2018 – Teil I mit Mando Diao und KT Tunstall

Schon mal in Sachen Wetter zeichnet sich ein wahres Sommermärchen ab. Für alle Tage sind hochsommerliche Verhältnisse angesagt, was natürlich auch heißt, dass die Besucher gegen die Hitze gewappnet sein müssen. Das A Summer’s Tale hat aber den Vorteil, dass das Festivalgelände superidyllisch mit viel Bäumen und Schatten ausgestattet ist, die zahlreichen Möglichkeiten sich mit Frischwasser zu versorgen wirken dem Hitzekollaps ebenfalls entgegen. Beste Bedingungen also für ein unbeschwertes Festival in der Lüneburger Heide.

A Summer’s Tale – erster Tag

Das Festival startet gemächlich, die großen Bühnen sind noch geschlossen, was nicht heißt, dass einem hier langweilig wird, wenn das Zelt aufgebaut oder der Camper geparkt und die Markise ausgefahren ist. Am frühen Nachmittag starten die ersten Workshops, in diesem Jahr sind neben diversen Yoga-Veranstaltungen eine Percussion-Stunde, Fledermausführungen, Belegte-Brötchen-Kurse oder Waldhandwerken im Angebot. Und natürlich jede Menge Programm für Kinder, die hier hordenweise über das Festivalgelände wuseln – ein richtiges Familienfestival eben.

Erste Bands: Rob Lynch und Hudson Taylor

Gegen Abend gibt es dann auch die ersten Live-Acts auf der idyllischen Waldbühne. Die Eröffnung des Summer’s Tale übernimmt der englische Songwriter Rob Lynch, den Abend beschließen dann Hudson Taylor aus Irland – die übrigens vor vier Jahren die Eröffnung der ersten Ausgabe des A Summer’s Tale bestritten. Hier kann bereits mitgesungen werden und wer davon nicht genug bekommt, kann dann beim parallel stattfindenden Massenkaraoke beherzt mit Hunderten anderen Rockklassiker von „Smells Like Teen Spirit“ oder „So Lonely“ mitgröhlen, bevor es dann in den Schlafsack geht.

KT Tunstall (c) Roland Aust

KT Tunstall (c) Roland Aust

Tag zwei mit KT Tunstall

Am nächsten Morgen geht es dann richtig los, die Kinder vergnügen sich in der Zwergstadt oder der Zirkusschule und endlich werden auch die großen Bühnen bespielt. So legen Gurr im gar sooo heißen Zelt einen erzsymphatischen Auftritt mit ihrer Melange aus Post-Punk, Indie-Pop und Retro-New-Wave hin. Kurz darauf eröffnet KT-Tunstall die Hauptbühne und zeigt, wie man mit ein bisschen Technik aus Tawian eine komplette Band aus dem Nichts zaubert. Belle & Sebastian aus Schottland servieren erlesene Indie-Pop-Perlen aus 22 Jahren und holen am Ende sogar alle Tanzwilligen auf die Bühne.

Gisbert zu Knyphausen rockt am Ende doch noch

Das Zeltprogramm beschließt Gisbert zu Knyphausen, der einen Querschnitt seines Schaffens präsentiert. Wobei der nachdenkliche und ruhige Teil in der Mitte sich gefühlt ein wenig in die Länge zieht. Am Ende wird dann aber noch beherzt losgerockt, Höhepunkt ist natürlich „Das Leichteste der Welt“, aus seinem Bandprojekt Kid Kopphausen mit dem leider viel zu früh verstorbenen Nils Koppruch.

Gisbert zu Knyphausen (c) Roland Aust

Gisbert zu Knyphausen (c) Roland Aust

Zwischen Disco und Schrammelrock: Mando Diao

Höhepunkt des Tages ist dann Mando Diao, die pünktlich um 22.30 die Bühne betreten und einen tanzbaren Mix aus ihren alten Garage-Rock-Klassikern wie „Mister Moon“ oder „Long Before Rock’n’Roll“ und den neuen Indie-Disco-Pop-Stücken spielen. Auffällig dabei ist die Stimme von Björn Dixgård, die sich in Sachen Reibeisen-Faktor so langsam an Rod Stewart annähert. Trotz des Hitfeuerwerks ist der eindrucksvollste Moment der Show aber die Zugabe „Ochrasy“, das Dixgård traditionell solo vorträgt. Mit einer extended Version von „Dance With Somebody“ wird das Publikum schließlich in die inzwischen gottseidank etwas lauere Sommernacht entlassen. Fazit: Das A Summer’s Tale untermauert seinen Ruf als vermutlich entspanntestes und schönstes Festival Deutschlands.

Mando Diao (c) Roland Aust

Mando Diao (c) Roland Aust

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