Aerosmith (c) Roland Aust

Aerosmith – war es das jetzt wirklich?

So muss der Sommer sein! Auch wenn es gerade erst Ende Mai war, waren die Bedingungen für das Open Air von Aerosmith auf dem Münchner Königsplatz in Sachen Sonnenschein und Temperaturen nahezu perfekt. Lediglich die angespannte Sicherheitslage warf einen leichten Schatten auf die Veranstaltung, die pünktlich um 18 Uhr vom Support-Act Foreigner eröffnet wurde. Die Band um Gründungsmitglied Mick Jones spielte sich munter durch ihre zahlreichen Hits von „Cold As Ice“ über „Urgent“ bis hin zum unvermeidlichen „I Want To Know What Love Is“.

Keine Zeit zum Reden

Danach hieß es Warten auf Aerosmith, die schließlich um zwanzig nach acht, als die Sonne gerade ihre letzten Strahlen auf die Propyläen im Hintergrund warf, die Bühne betraten. Und gleich in die Vollen gingen! Der Opener „Let The Music Do The Talking“ war gleichzeitig auch eine Art Statement, denn mit langen Ansagen hielten sich US-Rocker nicht auf, hier ging es darum in den nächsten zweieinhalb Stunden möglichst viele Songs unterzubringen.

Steven lässt den Joe machen

Entsprechend ging es dann auch gleich mit einer kleinen Hit-Kanonade weiter: „Young Lust“, „Cryin“, „Love In An Elevator“ – da war noch keine halbe Stunde gespielt. Doch dann kam der Blues, im wahrsten Sinne des Wortes. „Mr. Joe Fucking Perry“, wie ihn Steven Tyler titulierte, kramte tief in der 70er-Jahre-Kiste und holte gleich zwei Fleetwood-Mac-Cover heraus, mit Hilfe derer er die Blues-Wurzeln von Aerosmith überdeutlich hervorhob, unterstützt von Tyler, der sich derweil die Mundharmonika geschnappt hatte und das Singen Perry überließ.

Aerosmith noch taufrisch

Und als ob die im übrigen (zumindest auf die Entfernung) allesamt noch taufrisch wirkenden Herren, nicht genug eigene Hits hätten, gab es kurz vor Schluss noch eine grandiose Beatles-Cover-Version von „Come Together“. Die Zugaben stammten aber schließlich aus dem eigenen Oeuvre, „Dream On“ und selbstverständlich „Walk This Way“, nach dem sich Aerosmith von den rund 22.000 Menschen auf dem Königsplatz verabschiedeten. Ein Abschied für immer? Das will man nach diesem Auftritt eigentlich kaum glauben.

>Konzert am 26. Mai auf dem Königsplatz in München

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