Conor Oberst

Conor Oberst: Auf des Meisters Spuren

Seine Konzerte wurden als „An Intimate Solo Performance“ angekündigt – was ehrlich gesagt ein bisschen schwierig ist, wenn die Konzerthalle eine Größe von 3.000 Quadratmetern hat und fast komplett gefüllt ist. Eine weitere Schwierigkeit waren die Temperaturen: Dank zweistelliger Minusgrade vor der Tür war es offensichtlich schwierig die Location ausreichend zu heizen, weshalb das Publikum dem Vortrag in warmen Winterjacken lauschen musste. Der Vortrag selber war dafür umso herzerwärmender: Conor Oberst legte den Fokus vor allem auf seine neuen Songs, die er passenderweise im vergangenen Winter in der Abgeschiedenheit Nebraskas komponierte hatte.

Schaffensquerschnitt

Lediglich begleitet von einem Bassisten interpretierte er aber natürlich auch zahlreiche seiner alten Stück von Bright Eyes, der Mystic Valley Band oder eben seiner Solo-Alben neu, wobei Oberst selber sich lediglich auf das Instrumentarium Klavier, akustische Gitarre und diverse, handgespülte Mundharmonikas beschränkte. Was wiederum zwangsläufig an den jungen Bob Dylan erinnerte, ein Vergleich, den der 36-Jährige aber auf gar keinen Fall scheuen muss, denn sowohl spielerisch als auch mit seinen Texten und kompositorisch hat der Mann durchaus das Potential eines Tages den Meister zu beerben.

Conor Oberst auf Dylans Spuren

Im Gegensatz zu Dylan neigt Oberst allerdings vermehrt dazu, mit seinem Publikum zu kommunizieren. Im Münchner Postpalast setzte er sogar zu einer 15-minütigen Rede an, in der er sich (wie zurzeit fast alle Künstler aus den USA, die beiuns besuchen) zunächst für den neuen amerikanischen Präsidenten entschuldigte und sehr emotional für einen besonnenen Umgang mit der Gesamtsituation warb. Spätestens nach der Ansprache hatte der Abend dann doch den Titel der „Intimate Solo Performance“ verdient und ein paar wundervolle Songs später entließ Conor Oberst seine Fans und neuen Freunde dann wieder in die kalte Winternacht.
>Konzert am 17.01. im Münchner Postpalast

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