Robert Smith von The Cure / (c) Roland Aust

The Cure in der Münchner Olympiahalle

Das war ja ein ziemlicher Siegeszug, den The Cure da im Herbst durch Deutschland hinlegten. Begeisterung aller Orten, auch bei ihrem Münchner Konzert. Das Schöne: Robert Smith legte für jeden Gig eine neue Setliste fest, womit all jene, die bei setlistfm schon mal im Vorhinein spicken wollten, angeschmiert waren.

The Cure / (c) Roland Aust

The Cure / (c) Roland Aust

In München gab das Programm trotzdem für jeden etwas her, natürlich wurden die aus dem Radio bekannten Hits wie „Boys Don’t Cry“ oder „Friday I’m In Love“ ausgepackt, wenn auch erst ganz zum Schluss, im letzten der drei (!) Zugabenblöcke. Davor machten es die Briten den nicht voll eingefleischten Fans aber mitunter auch etwas schwer, vor allem im zweiten Drittel wurde tief in der Düsterrock-Kiste gewühlt und Songs wie „Charlotte Sometimes“, „Primary“ und „Other Voices“ aus der wohl depressivsten Phase von Herrn Smith herausgekramt. Vor allem „Other Voices“ kann man eigentlich nur mögen, wenn man das „Faith“-Album aus dem Jahr 1981 mindestens 200 Mal rauf und runter gehört hat – aber in dem Fall konnte man diesen Konzertmoment durchaus genießen.

The Cure und ihre Pop-Perlen

Für alle anderen gab es dann doch immer wieder versöhnliche Pop-Perlen wie „Just Like Heaven“, „In Between Days“ und „Pictures Of You“, selbst vor dem vermutlich trashigsten aller Cure-Songs, „The Walk“, machte die Band nicht halt und natürlich wurde der Gruft-Klassiker „A Forest“ in einer 10-Minuten-Version abgefeiert. Smith selber, neben Basser Simon Gallup, die einzige Konstante in fast 40 Jahren Bandgeschichte, schien an dem Gig ebenfalls seine Freude zu haben, machte sogar kurze Ansagen, die allerdings, wie schon immer eigentlich, für Nicht-Briten nicht wirklich zu verstehen waren.

Der Robert darf das

The Cure / (c) Roland Aust

The Cure / (c) Roland Aust

Fast drei Stunden dauerte der Ritt durch die 70er, 80er und 90er, abgesehen von drei Songs vom 2000er-Album „Bloodflowers“ und „The Hungry Ghost“ aus dem Jahre 2008,  wurde um allzu „neue“ Songs eher ein Bogen gemacht. Am Ende steht nur noch die Frage im Raum, ob man mit Mitte 50 immer noch mit Vogelnest, Lippenstift und schwarzem Kajal auf die Bühne gehen sollte. Wer so eine Show abliefert, der darf das.

>Konzert in der Münchner Olympiahalle am 24.10.

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